Weingut „Schwoga“ Schweighofer – Junges Blut auf altem Boden

Das Weingut Schweighofer aus Zistersdorf wird von Vater Johann und Sohn Hannes Schweighofer geführt. Der 21-jährige Hannes hat nun das Ruder übernommen und lebt seine Ideen zum Wein im eigenen Betrieb zur Gänze aus.


Euer Weingut bzw. ihr heißt ja Schweighofer, wie kommt es zum Namen „Schwoga“? Gibt es dazu eine Geschichte?

Schwoga war schon immer der Spitzname von meinem Papa, unter den kennt man ihn. Ich habe mir gedacht, das wäre ein guter Name bzw. Marke um uns von anderen abzuheben, da es ja mehrere Weingüter Schweighofer gibt.


Das ist euch gut gelungen. Wie bist du zur Weinzwitscherei gekommen?

Ich habe euch einfach online gefunden. In der Corona-Krise wurden alle Weinpräsentationen abgesagt, wodurch ich auf anderen Wegen Kontakte suchte. Mir gefällt speziell, dass die Weinzwitscherei nicht (nur) die ganz großen Weingüter vertreibt, sondern auch jungen und unbekannten Winzern eine Chance gibt.


Erzähl mal über euer Weingut.

Bevor ich angefangen habe, hatten wir ca. 3 Hektar Weingärten. Ich möchte nun einiges aus dem Weingut machen und habe noch 3 Hektar dazu gepachtet. Teilweise haben wir Weingärten frisch angesetzt. Mein Ziel wäre es, bis zu zehn Hektar Weingärten zu bewirtschaften. Nebenbei macht mein Papa noch Ackerbau und wir haben einen Buschenschank, den wir für drei Wochen im Jahr offen haben. Heuer von 21. Juli bis 8. August. Dafür produzieren wir selbstverständlich auch alles selbst, also auch das Fleisch zum Beispiel.

Ich selbst hab 2017 auf der Weinbauschule Klosterneuburg maturiert und bin dann gleich in das Weingut eingestiegen. Nebenbei arbeite ich noch ein paar Stunden bei einem größeren Weingut, wo ich sehr viel aus der Praxis lerne.

Am Weingut arbeitet vorrangig die Familie mit, also auch Tanten und Onkeln. Ohne die ginge es nicht. Wir benötigen derzeit keine Arbeiter, außer bei der Weinlese haben wir freiwillige Helfer. Die Weinlese erfolgt nach wie vor per Hand, was sehr zeitintensiv ist. Maschinelle Lese setzen wir nur bei der Literware ein.


Wo bekommt man eure Weine außer bei der Weinzwitscherei?

Natürlich ab Hof, aber ich fahre auch regelmäßig Liefertouren entlang der A1 von Wien bis Oberösterreich. Wir beliefern auch die Gastronomie in Wien.


Ihr habt ganz klassische Weinviertler Weine im Sortiment, aber auch ein paar außergewöhnliche Produkte wie zum Beispiel den Cider. Wie bist du darauf gekommen?

Den Cider habe ich gemacht, weil viele meiner Freunde gerne Cider trinken, aber halt diese chemisch Hergestellten, die man im Supermarkt bekommt. Also dachte ich mir, das kann ich auch selbst machen. Es ist zwar sehr aufwendig und kompliziert, aber das Ergebnis ist mit 4,5%vol. Alk. ein sehr leichtes und natürlich hergestelltes Sommergetränk.


Welcher Wein ist denn dein Lieblingswein?

Eindeutig der Grüne Veltliner Exklusiv Ried Kirchlissl. Den habe ich nun das 2. Jahr produziert. Es ist ein kräftiger Wein. Die Trauben hängen sehr lange im Weingarten und werden gut sortiert. Durch die extrem späte Lese entsteht eine ganz andere Aromatik. Er hat eine cremige, schöne Würze und reife Frucht und ist trotzdem trocken ausgebaut. So ein Wein ist sehr schwierig zu produzieren. Wir haben an der Weinbauschule bei einer Verkostung damit teilgenommen und gleich den 1. Platz gemacht, da war der erste Jahrgang gleich ausverkauft.


Warum heißt ein Wein von euch „Patient“?

Das ist eine lustige Geschichte. Es handelt sich dabei um einen lieblichen Grünen Veltliner mit sehr wenig Alkohol, nur 10,5% vol. Mein Vater hat diesen Wein damals zum ersten Mal gemacht, indem er die „Grampler“ oder „Geiztrauben“, wie man sie auch nennt, gelesen hat. Das sind die Trauben, die nach der Lese im Weingarten hängen bleiben, weil sie noch nicht reif sind. Die hat er sehr spät noch gelesen und zu einem Wein gemacht. Aber die Gärung hat nicht so geklappt… und man musste den Wein immer wieder betreuen… also ein richtiger „Patient“ im Weinkeller! Jetzt werden für die Herstellung aber nicht mehr die Grampler verwendet.


Probierst du auch öfter andere Weine von anderen Winzern?

Ja natürlich, speziell Grüne Veltliner. Ich vergleiche oft meine eigenen Weine mit anderen, um daraus zu lernen. Aber Hauptsache trocken muss er sein. Ich trinke auch sehr gerne Rotweine, da ich hier auch noch mehr am Weingut produzieren möchte. Derzeit haben wir nur einen Zweigelt.


Lieber Hannes, vielen Dank für deine Zeit und noch weiterhin viel Erfolg mit deinen hervorragenden Weinen!


Mehr Infos unter www.schwoga.at

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